puh!

Februar 12, 2007

Schifahren ist das leiwandste …

Gespeichert unter: ger, public life — ppkk @ 1:06

Eine Frage hat mich neulich im Zusammenhang mit der ernüchternden Are-WM tief erschüttert: Was passiert mit der österreichischen Volksseele, wenn es aufgrund der erwartbaren Klimaveränderung in den nächsten Jahrzehnten zu wenig Schnee für den Profi-Wintersport geben wird, und damit Trainingsmöglichkeiten wie Interesse verloren gehen, der alpine Schisport aufhört ein Anker für das Selbstbewußtsein eines erfolgsverwöhnten Volkes zu sein?

Eine Antwort zeigt auf: Der Österreich-Komplex wird ungedämpft und widerstandslos über das Land hereinbrechen und flutenartig jede kleine österreichsiche Stelle mit sich selbst konfrontieren, so der Bruder meiner tschechischen Geliebten. Die steht dem um Nichts nach und setzt drauf: Der Schisport ist der dünne Faden, an dem der Österreich-Komplex noch hängt.
Zu klein für Großes und zu Größenwahnsinnig für Kleines – so kommt man der Problematik schon näher. Der Komplex ist einer von der Miderwertigkeits-Sorte. Nichts kann man ausrichten.
Was uns bleibt hat alles irgendwie mit Wasser zu tun. Das ist ganz schön hart für ein Binnenland. 1. Wasser in allen möglichen gefrorenen Formen, 2. Wasser in allen möglichen trinkbaren Formen und dabei Wasser in so manchem Destillat. Streicht man die 1, endet das irgendwann zuverlässig im Rausch.
Aber Achtung, wir sind optimistisch! Geht das Eine, kommt was Anderes.

Am Komplex-Sicherungssystem, am sicheren Sakopharg des Wintersport-Erfolges wird gerüttelt. Vielleicht ist es aber auch Zeit für ein neues Selbstbewusstsein, ein europäisches nämlich. Und dann ist AUT mehr als die arme Schweiz, der kleine Bruder oder einfach nur Mozart. (Ich befürchte letzteres wird uns alle überleben. Die Alliierten hätten uns kugelrund eingrenzen und österreichische Mozartie nennen sollen.) Der Schisport war die führende Hand von einem zum nächsten Zustand, Österreich wurde beinahe vollständig ausgetragen, die Schwangerschaft wird klimabedingt abgebrochen, der 50 Jahre alte Fötus überlebt problemlos.

1 Kommentar »

  1. Lieber Nachbar!
    „Der Bruder meiner tschechischen Geliebten“…springt mir natürlich sofort provozierend ins Auge
    und ich frage mich,ob da noch ein paar mehr Komplexe herumliegen da drüben.
    Bei näheren Erfahrungen mit Angehörigen Ihres Stammes wollte es mir so erscheinen..
    Sei´s drum, das Statement ist auf alle Fälle sprachlich wie inhaltlich entzückend und es ist sehr bedauerlich, dass solche Blüten in irgendwelchen dunklen Ecken des worldwide vergammeln sollen…
    Vielleicht könnten Sie nun diese meine Ehrfurcht vor derartig sprachlicher Eleganz und umwerfender Phantasie einfach als kleine gutnachbarschaftliche Gabe entgegennehmen ? Mit einem kleinen Eiswürfelchen dran? Hilft das ein wenig?
    nachdenklich-ehrfurchtsvolle Grüße von einer,
    die eh nicht mit dem Sprung schanzt.

    Kommentar von Bastienne — Juli 5, 2007 @ 8:53


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