puh!

April 28, 2007

Um das Image von Listen zu heben

Gespeichert unter: Liste, media, public life — ppkk @ 2:48

Liste 3: Porno-Filmtitel im Kino-Aushang

Willkommen in meinen Arschbacken
Schluck und sei still
Ein Arschfick zum Dessert
Die verfickte Praxis
Arsch Ficksau – ich will dich hören
Hohlkreuz und Arsch raus, du Luder
Arschgefickte Tussen schlucken besser
Nicht zicken, ficken
Spermafluten
Sperma im Wind
Die Spermaschleuder
Nach Arsch kommt Maul
Rasierte Debütantinnen
Und leiden muß dein Loch

April 11, 2007

wem die berge blühen

Gespeichert unter: Music, media, private — ppkk @ 8:09

Letztens bin ich mir als Amerikaner im Traum erschienen und habe pathoshaft schwadroniert: „You have to like what you do to be good in it. [ausladende Handbewegung]“ Dabei stimmt das gar nicht! Ich kann was, aber Einiges, was man sagt, dass ich könne, mag ich eigentlich nicht. Zum Beispiel höre ich des Öfteren ein bewunderndes Wort zu meinem raschen Erkennen und Reagieren auf zwischenmenschliche Situationen, denen ich dann mit den richtigen Worten beikomme. Ich hasse es aber zu reden, außer ich bin besoffen. Und da verschwindet fatalerweise dieses Talent dann.

Selten sagt man mir hingegen: „You are the most talented, brilliant genius I know, … we know, … [aufgerissene Augen] No, no, no, … much better: [betont] YOU ARE A UNIVERSE OF EXCELLENCE FOR YOURSELF. And I don’t wanna discuss this.”

Der letzte Satz ist natürlich der wichtigste. Österreicher sind bekannt, aber besonders für ihren Geiz an Komplimenten, außer sie spielen in Operetten oder sitzen im Schlagereck. Letzteres ist unzweifelhaft vom Zynismus verqualmt. Stammtisch Hansi. Gegen 20 € als Albumtitel für den berühmten Tiroler Barden zu erwerben. „Hundi, Hundi“ kreischt dabei der Japaner und zeigt auf Hansis Pelzschuhwerk. „Ich will doch nur singen“ fällt da der elende Prinz aus der Kokosnuss. Bleiben wir im Architekturjargon. „Barak“ heißt im Tschechischen: „Haus“ … Understatement hin oder her: Tschechisch kann ich auch nicht. Warum? Weil ich nicht will.

Zurück zu den Komplimenten. Den Quehenberger mag ich, was er macht auch. Genau der richtige Grad Wahnsinn (ist das in jungen Künstlerjahren vielleicht ein Kompliment, wird es mit der Zeit zum Prellbock, deshalb ist es: Genau der richtige Grad an Virtuosität und Nihilismus, der ihn oder wen auch immer in die Bücher (nach wie vor!) bringen kann. Time will come. Er mag ja das was er macht.

April 6, 2007

Entzug

Gespeichert unter: Music, ger, private, public life — ppkk @ 8:47

Die Fastenzeit und die Entsagung verbrüderten sich heuer mit der Realität. Unter wohlsortierten Ausnahmen fand sich nur vorbildliche Reduktion. Nix Rauchen. Nix Trinken. Kein Fleisch.
Dabei lernt man ohne Gleichen sich wieder auf Feste zu besinnen. Vorfreude kann man trainieren! Hurra! 

Leider kann Wasser mit Gas verdünnt, der Ersatz für das vermisste Hopfen-Malzgemisch, nur Seitenhiebe auf den Kommerz bedeuten. Hört man genau hin, blubbert alles zwar schön gleich aber unverdrossen willkürlich in höchster Wiederholungsrate scheinbar endlos vor sich hin und kündet vom Selbstzweck zwanghafter Musiker, die Lebensalter-unabhängig gerne musizieren tun. Tut!

Das Radiokulturhaus macht da aus Gewohnheit nicht mit. Dort wird zu Konzertereignissen für die anwesenden Musiker nur Anti-Alkohol gestellt. Das findet unsereins etwas bedenklich, hat man doch von Anfang an nur Rock’n'Roll geprobt. Zumindest im Geiste treibt der Bass seinen Hals in die Box, gleich theoretisch knallt die Gitarrenwand auf’s Publikum, und sicherlich auch vorstellbar ist das Drum-Set wüst mit zur Verfügung stehendem Allerlei recht saftig verdroschen. Ordentlich beginnt nur der Saustall. Gute Gründe für ein „Achtung“ vorab, um noch sicher zu stellen, dass die Hände oben sind, wenn der Sprung der Frauen Stimme in die Menge dringt.

Sitzpublikum im RKH wohlgemerkt! Wo stage-diving recht Stimmung macht und man vom Brechen der Knochen betört gar zurück auf die Bühne möchte. Sitzpublikum, kein Alkohol, Musik vom Band. Klingt nach Spaß! War auch so. 

Gleich örtlich oben drüber Ö1: Dort fühlt man sich ohnehin wie am eingeschlafenen Arm des Teufels und spielt dabei laut Haydn!

Train Spotting

Gespeichert unter: ger, public life — ppkk @ 8:39

So funktioniert das Dealen in den Wiener U-Bahnen: Eine Gruppe an Personen, etwas zerfallen, aber wie bei Händlern so üblich selbst nicht im Dauerrausch, betritt einen durch verschiedenste Signale und Übereinkünfte markierten Zug (beispielsweise letztens: jemand der Zeitung liest, offensichtlich aber nicht Zeitung liest). Mit dabei: Die durch die Drogen zur Alternativ-Ehefrau gewordene „Unauffälligkeitserklärung“, oft mit Kind und Kegel.

Da man den Tag an der Linie verbringt, hüpft man rein und raus und schaut dabei auf übersehbare Komplizen, die sich beizeiten individualisieren und dann wieder zu Gruppen verdichten. Die Drogen werden im Zug versteckt, wodurch es ab und an ziemlich nach Gras reichen kann, jemand holt sich das Zeug am vermittelten Punkt dann ab. Oder: Sie werden direkt übergeben. In diesem Fall finden die Verhandlungen im jeweiligen Waggon statt, ebenso die Übergabe. Aus diesem Grund organisieren sich Dealer vereinsmäßig. Mit Kassier, Schriftführer und Zeugwart.

Die freiwilligen Beitragszahler ohne Sinn für den freien Willen erklären sich neuerdings mit grünen Lippenrändern zum zombiehaften Trash-Mensch-Orden. Wie zaubert die Synthetik das denn von den Venen auf das Schleckermaul? Antworten erbeten.

Weil „Schleckermaul“ so brutal unangenehm tönt und wirkt, hier noch eine Steigerung: „Zuckergoscherl“. So nennt sich fataler Weise eine Konditorei im Wiener 3. „Rein in’s Goscherl, Zuckergoscherl, Bam! Und zum Abschluss sei nochmals das unsympathischste Wort dieses Artikels wiederholt: Trash-Mensch. Weil: „Jesus liebt dich“ – eine Abwandlung des frühen VIVA-Spruchs „VIVA liebt dich“. „Unsere Katholiken“, kommt es mir da herzhaft großmütig kopfschüttelnd über die Lippen. Oder, wie einer meiner Lieblingsonkel mich mal beeindruckte, als der jugendliche Kirchenaustritt zum Thema wurde: „Man muss nicht bei einem Verein sein um Sport zu betreiben.“ Yep.

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