Letztens bin ich mir als Amerikaner im Traum erschienen und habe pathoshaft schwadroniert: „You have to like what you do to be good in it. [ausladende Handbewegung]“ Dabei stimmt das gar nicht! Ich kann was, aber Einiges, was man sagt, dass ich könne, mag ich eigentlich nicht. Zum Beispiel höre ich des Öfteren ein bewunderndes Wort zu meinem raschen Erkennen und Reagieren auf zwischenmenschliche Situationen, denen ich dann mit den richtigen Worten beikomme. Ich hasse es aber zu reden, außer ich bin besoffen. Und da verschwindet fatalerweise dieses Talent dann.
Selten sagt man mir hingegen: „You are the most talented, brilliant genius I know, … we know, … [aufgerissene Augen] No, no, no, … much better: [betont] YOU ARE A UNIVERSE OF EXCELLENCE FOR YOURSELF. And I don’t wanna discuss this.”
Der letzte Satz ist natürlich der wichtigste. Österreicher sind bekannt, aber besonders für ihren Geiz an Komplimenten, außer sie spielen in Operetten oder sitzen im Schlagereck. Letzteres ist unzweifelhaft vom Zynismus verqualmt. Stammtisch Hansi. →Gegen 20 € als Albumtitel für den berühmten Tiroler Barden zu erwerben. „Hundi, Hundi“ kreischt dabei der Japaner und zeigt auf Hansis Pelzschuhwerk. „Ich will doch nur singen“ fällt da der elende Prinz aus der Kokosnuss. Bleiben wir im Architekturjargon. „Barak“ heißt im Tschechischen: „Haus“ … Understatement hin oder her: Tschechisch kann ich auch nicht. Warum? Weil ich nicht will.
Zurück zu den Komplimenten. Den Quehenberger mag ich, was er macht auch. Genau der richtige Grad Wahnsinn (ist das in jungen Künstlerjahren vielleicht ein Kompliment, wird es mit der Zeit zum Prellbock, deshalb ist es: Genau der richtige Grad an Virtuosität und Nihilismus, der ihn oder wen auch immer in die Bücher (nach wie vor!) bringen kann. Time will come. Er mag ja das was er macht.