Die Fastenzeit und die Entsagung verbrüderten sich heuer mit der Realität. Unter wohlsortierten Ausnahmen fand sich nur vorbildliche Reduktion. Nix Rauchen. Nix Trinken. Kein Fleisch.
Dabei lernt man ohne Gleichen sich wieder auf Feste zu besinnen. Vorfreude kann man trainieren! Hurra!
Leider kann Wasser mit Gas verdünnt, der Ersatz für das vermisste Hopfen-Malzgemisch, nur Seitenhiebe auf den Kommerz bedeuten. Hört man genau hin, blubbert alles zwar schön gleich aber unverdrossen willkürlich in höchster Wiederholungsrate scheinbar endlos vor sich hin und kündet vom Selbstzweck zwanghafter Musiker, die Lebensalter-unabhängig gerne musizieren tun. Tut!
Das Radiokulturhaus macht da aus Gewohnheit nicht mit. Dort wird zu Konzertereignissen für die anwesenden Musiker nur Anti-Alkohol gestellt. Das findet unsereins etwas bedenklich, hat man doch von Anfang an nur Rock’n'Roll geprobt. Zumindest im Geiste treibt der Bass seinen Hals in die Box, gleich theoretisch knallt die Gitarrenwand auf’s Publikum, und sicherlich auch vorstellbar ist das Drum-Set wüst mit zur Verfügung stehendem Allerlei recht saftig verdroschen. Ordentlich beginnt nur der Saustall. Gute Gründe für ein “Achtung” vorab, um noch sicher zu stellen, dass die Hände oben sind, wenn der Sprung der Frauen Stimme in die Menge dringt.
Sitzpublikum im RKH wohlgemerkt! Wo stage-diving recht Stimmung macht und man vom Brechen der Knochen betört gar zurück auf die Bühne möchte. Sitzpublikum, kein Alkohol, Musik vom Band. Klingt nach Spaß! War auch so.
Gleich örtlich oben drüber Ö1: Dort fühlt man sich ohnehin wie am eingeschlafenen Arm des Teufels und spielt dabei laut Haydn!