Premium Mitgliedschaften zahlen sich 100%ig aus! So viele Vorteile, so viel Sein! Wie kann man überhaupt nicht Premium sein?
Wenn man sich dazu bemüßigt an der Bar nur zu beobachten, dann amüsiert man sich meist auf eigene Kosten, denn der Gemütszustand ist leitend. Elektrotechnisch basierend ausgeglichen aber dennoch mit zumindest einer Perspektive aushandelbar. Wir (das kollektive Mehr) stehen willig am Tresen und fallen gerne um das erwartbare Missen großzügiger Komplimente. Sollte jemals ein Bericht über Barständer ohne Bezug auf vorhandene literarische Quellen zementiert werden, will ich am Plafond der schütteren Wahrnehmung wenigstens einmal „Ruhe“ schreien.
September 30, 2007
Sometimes we are Premium
September 25, 2007
for the masses – to the people
top!-searches, die zu diesem blog geführt haben (statistische Erhebung = Wissenschaft):
Schluck und sei Still
leiwandste
der blanke Arsch
alteweiber
avocado im arsch
„Hohlkreuz und Arsch raus du Luder*
schluck und sei still
porno
… there is now business like showbusiness …
und Stolz erfüllt mein Haupt!
somit erhöhe ich den Zugriff:
geil
Schwanz
Fut
Orgasmus
ficken
fremdgehen
somit verliere ich credibility:
Liebe
Zärtlichkeit
Vertrauen
Gefühle
Treue
Leider ist nicht bekannt, ob „avocado im arsch“ von einer Frau gesucht wurde.
Wenn ja, zieh’ ich auf’s Land.
September 24, 2007
Butter des Waldes
Die Zukunft wird großartig, erstaunlich erbaulich, erstklassig, fulminant und prächtig. Positiv Denken schützt vorm Vergessen. Warum? Here it comes: Japaner haben eine Kamera mit Smile-Filter gebaut: “Bei mehreren Personen im Bild löst die Kamera nur aus, wenn die über den Touchscreen ausgewählte Hauptperson lächelt.” Das Ende kühner Gesichtszüge, außer Europäer erlernen endlich digitale Geräte nachzubauen.
Brutalität ist hier kein Ausdruck, auch nicht Luxusdemenz. Beides eher der Zustand einer außerkörperlichen Erfahrung. Durchdrungen und doch Draußen. Fame.
Hatte man früher durchaus die Chance als Kontrast zum prominenten Dauerlächeln zum Statisten erklärt zu werden, schwingt die Pressekamera aus Asien gleichgeschalteten Magneten gleich einfach vom Antlitz verinnerlichter Frohnaturen. Im übrigen ist Dauerlächeln zum Volksport mutiert, genauso wie der Schluckreflex bei Gemütsweichzeichnern mit oder ohne Rezept. So nicht in Wien. Diese Stadt wird niemals wieder abgelichtet. Die Kamera versagt. Suizid aufgrund unerfüllbarer Mission. Harakiri. War!
Apropros Leid: Wundervollstes grünes Fruchtfleisch, perfekt nussig und verzehrtauglichste Konsistenz; vor Reife glühendes Äußeres und freundliche Ansprache: “AVOCADO. vollendete Reife – voller Genuss.” So liest es der erste Blick. Lieferant: Exo fresh England, Herkunftsland: Südafrika, und jetzt, mich dreht’s schon beim Gedanken, der Sortenname: “HASS”. Wie soll man das essen?
Aus Reifebraun wird vergilbtes Leben, aus 2 glücklichen Früchtchen verpacktes Unglück. Klasse 1, mit “essreif”-Kleber und Recycle-Verpackung. “HASS”. Mein sonniges Gemüt verbietet sich den Zufall im Derben.
Was “vulgär” und “unfein” wohl für kleinsten gemeinsamen Nenner aufweisen? Back to black. Tiefste Erschütterung und elendiges Siechtum. Staubblumen und Erd-Gewimmel. Oder wie es Werner Herzog (in „Mein liebster Feind – Klaus Kinski“) über den Dschungel/die Natur sagte (und frisch vollmundig über erschlossenere Orte gestreut werden darf. Nein, ich BITTE sogar darum diese Worte bei etwaigen Klassentreffen so nebenbei aufs Tischchen zu stellen): “I see obscenity. The nature (here) is violent, base. I see fornication and asphyxiation and choking and fighting for survival, growing and just rotting away. Of couse there is a lot of misery. Misery is all around us. The trees here are in misery, the birds are in misery, i don’t think they sing, they just screech in pain.” Bam!
Deshalb: “HASS” – somit ziemlich normal. u see?
Aufkommen, Telemark:
Welterschlossener Fieberwahn im Taumel der Glückseligkeit! Lass feuchte Lippen der Unzucht entkommen und tief in die Lust vergraben werden, sich hingebungsvoll weit zu entfalten, um das zarte Pflänzlein Mensch dem Fang-Reflex des Objektivs zu weihen.
September 20, 2007
Ich konvertiere!
Der Dalai Lama gähnt wann’s ihm passt! Er sitzt, macht, schläft, lacht wie es ihm beliebt! Vor Menschen noch viel ausgiebiger. Die Brille, ein Relikt. Aber warum hat eine Heiligkeit überhaupt Sehschwächen? Damit wird der Tibet-Berg mit dem Tiroler-Spitz auf einen Nenner gebracht! (think buddhist to know what I mean …) – Geladen war seine Heiligkeit zum Thema “Some thoughts on the role of spirituality in the 21st century” beim Waldzell Dialog 2007 in der Stiftskirche Melk.
Auftritt 1: Stehen, durchatmen, schauen. Auftritt 2: die vielen Räume des Stift Melk erwähnen und laut auflachen. Auftritt 3: “the 21st century has just begun – future is always uncertain!” – i start to like this guy. Wie viele Vertreter aller Situationen kann man sich vorstellen, die in die Zukunft das Bestehende projizieren. Und gerade: hier geht’s um Religionen! Einmal noch wird reihum die Pracht der Glaubens-Vertreter aufgezählt und ach … mit sanftem Lächeln die Katholiken vergessen. Ein Worttausch mit dem Übersetzer lässt den tiefgründigen Spaß im Kloster kurzzeitig Wirkung tragen.
Warum Religion? “just the feeling inside, something is missing”. Eigentlich reicht das. Aber: “be serious!” Wenn dann ganz. Die Reihenfolge sei wie folgt beschrieben: Zuerst das Zutragen, dann der Zweifel, dann die Reflexion, dann die Festigung, dann der Glaube. “Be serious!” ist Anforderung an Prozess wie Resultat gleichermaßen.
Falsche Entscheidungen, so der Meister, resultieren aus der Unfähigkeit die Realität zu sehen. Sobald das Gemüt durch elende Emotionen geleitet wird, wird aus dem Punkt eine Projektion, eine mentale Projektion basierend auf eine Emotion. Und ist diese übel, ist die Welt übel. Auch klar.
Aber einfacher geht’s nicht. Was für einen Nutzen hat die Religion? Einen medizinisch Bewiesenen! Positives Denken stärkt das Immunsystem, negatives macht Gegenteiliges. Und wenn mit Glück und Liebe das Positive gestärkt wird, unterstützt das Nachhaltig die Gesundheit. Also ist die Religions-Mission eine Wohl-Dir Mission, eine erfreu-dich-eines-schönen-und-gesunden-Lebens-Mission. Finde den Fehler!
Die Ratio kann hier stolz die Brust schwellen, denn ihre Rolle wird im Liebes- und Umarm-Taumel der Gebrüder Glaube oft unterschätzt. Hier nicht. Auf die Frage, wie man Harmonie zwischen den Religionen begünstigen und fördern könnte, meint seine Heiligkeit nach ein paar Ausführungen: bring it to an academic level. Was?, fragt sich der Ministrant? Aber ja, es geht weiter: stellt man einen Religions-Vergleich mit den nicht zu widerlegenden, kulturübergreifenden Methoden der Wissenschaft an, werde man bemerken, dass die Gemeinsamkeiten überwiegen, das Verbindende stärker ist als das Trennende. Das sitzt.
Eine perfekte (sic!) Kulisse für das anschließende Kerzen-Verteilen und -Anzünden der nun nicht mehr unterschiedlichen Religonstransmitter, wo die Peinlichkeit des Moments schwül im kühlen Kirchenraum lag. So war das nicht gemeint, aber Tages-Programm ist Tages-Programm. Vom gemeinsamen Singversuch oder “Music Experience”, aufgestachelt von einem Heiligen, nicht zu sprechen. Eine Katastrophe für den verkrampften Leib.
Aber noch ist es nicht vorbei! Ein Geniestreich soll noch klingen. Auf die Frage, ob der 15. Dalai Lama auch eine Frau sein könnte, meinte er (nach ausführlicher Ouvertüre): “If it is more effective and more useful, why not?” That’s it. Einfach und brilliant. Intelligenz mit Lockerheit verknüpft ist eine unschlagbare Kombination. Der Witz ist die Politur.
“If it is more effective and more useful, why not?” – das ist Argumentation in Höchstform, denn Effektivität wie Nutzen ist Kontext-abhängig und gleichzeitig akzeptiertes Maß für scheinbar Außerreligiöses. Schleifen denken.
In Melk funktioniert das ganz wunderbar. Der Herbst sitzt hübsch auf einem Bänkchen und ein junger Wilder grüßt am Trottoir.
Breath in, breath out.